Sunday, September 11, 2005
In meiner Gegend verschwanden immer wieder Haustiere. Das war nichts ungewöhnliches. Neben Katzen, Hunden, Vögeln (vor allem Wellensittichen und Kanarienvögeln) wurde einmal auch ein Frettchen schmerzlich von seinen Besitzern vermisst, wie sie mich durch Zettel (inkl. Foto) an jeder zweiten Laterne wissen ließen. So ein Frettchen kann sich sicher wunderbar alleine durchschlagen, dachte ich und musste dabei ein bisschen grinsen.
Einige Zeit später hatte ich den Frettchensuchaufruf wieder vergessen. Die Zettel von den Laternen waren verschwunden. Vielleicht hatte der Regen sie aufgeweicht und zu Boden gerissen, vielleicht hatten heimliche Zettelfetischisten sie gierig eingesteckt, um sie ihrer Sammlung zuhause zuzuführen, vielleicht hatten auch die Besitzer die Zettel wieder eingesammelt. Weil das Frettchen wieder aufgetaucht war. Weil sie die Hoffnung aufgegeben hatten.
Als ich dann eines Tages in den Keller ging, um meinen Kleiderschrank für den Winter aufzurüsten und dabei zuerst die Löcher in meinem Mantel und dann einen felligen Schemen in die dunkelste Ecke vobeihuschen sah, da fiel sie mir plötzlich wieder ein, die Frettchengeschichte.
[listening to: dispatch - silent steeples]
I-caught-a-butterfly at 9:01 PM