Monday, September 12, 2005
Als sie aus dem Haus ging, regnete es heftig. Die Straße schwamm im Dreck, den der Regen von Autos und Häusern abgewaschen hatte. Sie setzte ihre Kapuze auf und nahm sie auch nicht ab, als sie längst unter dem schützenden Dach des Bushaltestellenhäuschen stand. Als ob die Kapuze sie ihr ein Heim gäbe, das sie abschirmte. Gegen das Wetter, das sich hinterrücks gegen sie verschworen zu haben schien. Gegen den schlimmen Anfang, den der Tag genommen hatte. Gegen die Welt als im speziellen und im allgemeinen.
Sie stand nur da, klammerte sich an einer Zigarette fest und starrte in die regenverschleierte Gegend, die gerade erst dabei war aufzuwachen. Unter ihrer Kapuze wurde ihr langsam wärmer. Kleine Schweißtropfen bildeten sich auf ihrer Stirn, die bereits glänzte von der aufgestauten Feuchtigkeit in der Luft unter ihrem Dach
Müde wischte sie sich mit der Hand durchs Gesicht. Auch im Bus behielt sie ihre Kapuze auf.
Später dann, als die Wolken weitergezogen waren und die Wärme alle Regenreste aufgefressen hatte und sie aufstand von der Bank, auf der sie gesessen hatte, das schweißgekühlte Gesicht mit geschlossenen Augen der Sonne zugewandt, ließ sie die Jacke dort liegen.
[listening to amber - mom's in church]
I-caught-a-butterfly at 9:04 PM